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Ich bin christlich erzogen worden, meine Eltern sind Baptisten, also Freikirchler. Als ich 16 war, wollte ich ganze Sache machen mit Jesus und habe mich taufen lassen. Ich hatte Jesus echt lieb und fand das toll, was er so gemacht hat. Weil ich Spaß am Gemeindeleben hatte und für Jesus was machen wollte, hab ich dann Kinderarbeit gemacht.

So allmählich änderte sich dann mein Outfit in Richtung " Punk- Gruftie" . Hatte ich einfach Bock drauf. Im Laufe der Zeit mußte ich mir dann immer öfter Sprüche anhören wie: " Gott ist traurig über dich, so wie Du rumläufst, Gott will das nicht... blablabla." Natürlich dauerte es nicht lange, bis ich mich mal fragte, wie die denn drauf sind, die Christen. Solange Du nett und ordentlich bist, haben dich alle lieb, aber wenn Du dann nicht mehr ins fromme Weltbild paßt, gibt's Probleme. Ich mußte dann mit der Kinderarbeit aufhören, und es wurde mir (Zitat) " nahegelegt, eine geistliche Erholungspause zu machen, da ich nicht mehr mit ganzem Herzen dabei wäre" .

Mittlerweile war mein Gottesbild so versaut, daß ich ihn mir wie `nen weißbärtigen alten Opa auf'm fetten Thron vorstellte, der nur darauf wartet, mich für den nächsten Fehler zu bestrafen. Das war der Punkt, wo ich sagte, mit Gott und Christen will ich nix mehr zu tun haben. Ich wollte aber nie ein Heuchler werden, und so hab ich zu Gott gesagt: " Gott, Jesus, so halb mit Dir will ich nicht, nur in den Gottesdienst gehen und so tun als ob, das ist Heuchelei, und so ganz mit dir kann ich nicht, dann muß ich ja so werden wie die da (die Christen) , die von Liebe reden, aber sobald Du ne andere Frisur hast, kannste gehen. Dann muß ich auch diese öden Gottesdienste ertragen und die lahmen Lieder singen, das kann ich nicht. Ich geh jetzt meinen Weg und will erstmal Spaß am Leben haben. Ich geh jetzt nicht mehr in den Gottesdienst, bete nicht mehr, les' keine Bibel mehr, ich mach nix mehr was mit Glauben zu tun hat. Tschüß Gott. " Mein Motto war: " I do it my way! "

Ich traf mich öfter mit Kumpels, mit denen ich dann ab und zu gefeiert hab. Dann trafen wir uns noch öfter und haben noch mehr gefeiert, dann trafen wir uns immer und haben immer gefeiert. Ich war täglich vollstramm, hab schon auf der Arbeit (Lehre) gesoffen. Bald darauf war der Lappen weg, Anzeigen von der Stadt, den Bullen und Privatleuten folgten, wegen Waffen auf ner Demo, Sachbeschädigung, mal in`ner Zelle pennen. . . usw.

Das Jahr `90 war mein heftigstes so suchtmäßig, ich hab dreimal versucht aufzuhören mit Saufen, was aber immer nur so max. 4 Wochen gutging, dann hab ich wieder angefangen und zwar heftiger als vorher. Ende `90 war ich dann so weit, daß ich Wodka gedrückt hab (also gespritzt) . Ich fand das Leben nur noch zum Kotzen, fühlte mich total einsam (trotz der vielen Saufkumpels) und wollte nicht mehr leben.

In dem Jahr hab ich mir oft gewünscht, daß mich doch am besten einfach einer umfährt und ich weg bin. Vor Selbstmord hatte ich nämlich Angst, weil ich immer an dem Bibelvers " Gott hat Dir das Leben geschenkt, und nur er darf bestimmen, wann es zu ende ist" denken mußte. Ich dachte, wenn ich mich wegmache, und nachher vor diesem " böse- böse- Gott" stehe, wirft der mich zur Strafe noch in die Hölle. Das wollte ich auch nicht.

Zum Ende des Jahres `90 war ich wirklich am Ende. Ich dachte mir, falls mir überhaupt noch irgendwer helfen kann, dann höchstens Gott persönlich. Ich hoffte irgendwo ganz tief versteckt in meinem Herzen, daß dieser Jesus, dieser Gott mich ja vielleicht doch mag und mir hilft.

Also wollte ich meinen Draht zu Jesus, zu Gott, wiederherstellen und fuhr auf ne jesusmäßige Silvesterfreizeit. Ich dachte mir, wenn ich's jetzt nicht gebacken krieg, dann gar nicht mehr. Am ersten Tag fragte mich gleich ein alter Bekannter, wie es mir geht. Dem erzählte ich dann die ganze Story und daß ich keinen Bock auf fromme Heuchelei und Religion habe. Auf der Freizeit war Alkoholverbot, und so stand ich am 3. Tag vor der Frage, wo ich was zu saufen herkriege, ich hatte nur noch das Wodkapülleken woraus ich mir immer die Pumpe aufzog. Ich stand echt in`ner Zwickmühle, weil in dem Kaff, wo die Freizeit war, kein Laden oder Kneipe war bzw. auf hatte, weiter weg konnte ich nicht (kein Lappen mehr) . Ich wußte, daß ich hier an einer Weggabelung stehe, wo ich entscheiden muß, wie es weitergeht. Entweder bekomm ich irgendwoher was zu saufen, oder mein Leben muß sich radikal ändern.

Nach einigem Ringen mit mir selbst entschied ich mich für das zweite. Um ca. halb vier nachmittags kapitulierte ich und startete ein Leben mit Gott, mit Jesus. Ich war allein und sagte: " Jesus, ich will ab heute mit Dir leben, ich hab alles versaut und viel Scheiß gebaut, das tut mir leid. Bitte verzeih mir, nimm mein Leben jetzt in deine Hand, Du bist ab heute der Chef in meinem Leben. Ich will jetzt so leben, wie Du das willst, Du weißt bestimmt besser, was gut für mich ist. Du bist für den Mist, den ich verzapft hab, und meine Verletzungen am Kreuz verreckt, das nehm ich jetzt so für mich persönlich an. Zum Glück bist Du auch wieder lebendig geworden, und ich kann jetzt ewig mit Dir leben. Danke. "

Ich hatte plötzlich so`ne Freude im Herzen, ich mußte nur noch lachen und grinsen, und es war, wie wenn mir Zementsäcke von den Schultern genommen wurden. Ich war so glücklich. An dem Abend hab ich dann noch mit nem Freund gebetet, daß ich es schaffe aufzuhören zu saufen und auch davon wegzubleiben. Ich war sofort frei, ohne Flattermann oder Entzug. Meine Spritze, Wodkapülleken und auch meinen Tabak hab ich gleich weggeworfen.

Seit dem Tag hab ich Gott kennengelernt, wie er wirklich ist, nämlich mein bester Freund, der liebste Chef und der beste Vater der Welt (und darüber hinaus) . Mein Leben hat sich wirklich radikal geändert, Jesus hat die Verletzungen aus meiner Vergangenheit geheilt, mich frei gemacht, mir echt Freude geschenkt, ewiges Leben und noch vieles mehr. Nicht alles auf einmal, das könnte keiner verkraften, aber Stück für Stück. Und das war erst der Anfang! ! Jesus sagt durch sein Wort, die Bibel: " Ich bin gekommen, damit ihr echtes Leben habt, von allem genug! ! " (Johannes 10, 10) . Ich hoffe, du hast Bock gekriegt, diesen Jesus auch kennenzulernen.

Seitdem hab ich echt coole Sachen mit ihm erlebt. Z. B. : Ich kam von der Arbeit und hatte nen echt beschissenen Tag hinter mir. Auf dem Nachhauseweg sah ich, wie ne Frau irgendeine Problem mit ihrem Auto hatte . Ich dachte mir so, ob ich sie mal fragen soll, was los ist, vielleicht nur `ne Kleinigkeit (Ich bin nämlich gelernter Kfz-Mechaniker) . Ich war allerdings so müde, daß ich so zu Jesus sagte: " Ach Jesus, schick da doch einen vorbei, der helfen kann. " Im selben Moment ging mir durch den Kopf: " Und wenn ich der sein sollte, den Jesus vorbeischicken wollte?"

Also drehte ich um und fuhr die paar hundert Meter zurück, hielt am und ging zu ihr hin. Sie fragte gleich, ob ich ihr helfen würde. Kommt auf das Problem an, meinte ich, und sie sagte mir, daß der Wagen mit der Motordrehzahl nicht mehr runtergeht. D. h. , sobald der Motor an ist, läuft er auf Vollgas. Ich probierte einmal aus und der Motor brüllte sofort los. Da der Wagen etwas älter war, tippte ich gleich auf einen kaputten Gaszug oder ne verklemmte Drosselklappe.

Also nachgeguckt, Luftfilter runter, in den Vergaser gucken, Drosselklappe testen, Gaszug probieren, Zündkabel gucken, usw. Ne Sache von 3 Minuten. Schien aber alles normal zu sein. Also gestartet. Der Motor brüllte gleich wieder mit Vollgas los. Komisch. Ich rufe meinen Vater an (hat ne Werkstatt) , frage ihn, aber der gibt mir dieselben Tips, wie ich es schon kontrolliert hab. Also noch mal das Ganze. Dann noch der Versuch, die Drehzahl mit Gewalt runterzukriegen. Noch mal gestartet, immer noch Vollgas. Seltsam.

Aber in dem Moment muß ich an eine Story denken, die ich 2 Wochen vorher hörte: So´n paar Christen wollten nen Ravegottesdienst machen und sind mit Ausrüstung, DJ und ihrem Bus hängengeblieben. Nachdem der Busfahrer schon zig mal erfolglos versucht hatte zu starten, beteten alle für den Bus und er sprang sofort danach an.

Also fragte ich die Frau, ob sie an Gott glaubt, worauf sie sagte, daß sie soviel Scheiß erlebt hat, daß sie nicht mehr glauben kann. Ich erzählte ihr die Busstory und fragte, ob wir nicht dafür beten sollen, daß der Wagen richtig läuft. Daraufhin druckste sie natürlich rum und ging erstmal ihren kaputten Autospiegel begutachten. Also fragte ich den Jungen (war wohl ihr Sohn) , ob er mit mir fürs Auto beten will. Der wollte.

Ich betete ungefähr so:" Jesus, Du siehst, wir haben das nicht hingekriegt mit dem Wagen, aber ich weiß, daß du das kannst. Ich bitte dich, daß du jetzt ein Wunder tust und der Wagen richtig läuft, ich glaube sowieso an dich , auch wenn nicht passiert. Danke Jesus, amen. " Die Frau hörte neugierig zu , und nach dem Gebet grinste ich sie an und sagte:" Tja, wollen wir mal sehn. . . " Ich setzte mich ins Auto, der Junge auf dem Beifahrersitz, die Frau an der Tür, und startete. Und . . der Motor brüllte mit Vollgas los. Sofort rief ich:" Mann, Jesus! " In dem Moment ging schlagartig die Drehzahl runter, sofort! ! Sie guckte total verblüfft, und ich grinste mir einen! ! Ich habe dann noch ein paar mal gestartet und probiert, der Wagen lief 100%ig.

Wir haben uns dann noch über Jesus unterhalten, und am Schluß sagte sie:" Naja, wer weiß, vielleicht lief der Wagen nur so komisch, damit ich dich treffe und du mir erzählst, daß es doch noch Hoffnung gibt im Leben. . " Ist Gott nicht witzig?!

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